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Lesung & Filmvorführung

Übersetzerin Doreen Blask liest Auszüge aus dem Buch „Meine erwachsene Kindheit“ von Ljudmila Gurtschenko. Musikalisch umrahmt wird die Lesung von Nora Gauger. Nach der Lesung wird der sowjetische Film „Bahnhof für Zwei“ (1983) mit Ljudmila Gurtschenko in der Hauptrolle gezeigt.

Mo. 28.04.25 | 19 Uhr | Konventsaal in Ribnitz-Damgarten

Die berühmte sowjetische und russische Schauspielerin Ljudmila Gurtschenko (1935–2011) beschreibt in ihren Kindheitserinnerungen die deutsche Besatzung in Charkiw (1941–1943): „Damals war ich sechs. Ich nahm alles in mich auf und vergaß nichts. Ich hatte sogar zu weinen verlernt. Ich wurde erwachsen nicht in Tagen, sondern in Stunden.“ Der Vater ist an der Front. Ljussja und ihre Mutter schaffen es nicht, evakuiert zu werden. Sie bleiben in der von den Deutschen besetzten Stadt. Während des Winters sperren die Truppen der Wehrmacht die Zufahrten nach Charkiw ab, und in der Stadt beginnt eine Hungersnot. Ljussja sieht die Hinrichtung von Partisanen und leidet unter Hunger, Kälte, Durst. Im Februar 1943 befreit die Rote Armee Charkiw zum ersten Mal, doch bald kehren die „zweiten Deutschen“ mit nunmehr hemmungsloser Brutalität zurück. Der Vergasungswagen fährt durch die Stadt. Die Frauen und Kinder versuchen zu überleben; die kleine Ljussja stiehlt auf dem Markt und tritt als Sängerin (auch vor den Deutschen) auf.

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